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Nun gehören sie bereits der Vergangenheit an, die Tage der offenen Tür, die bunten Wegweiser am Boden und die Poster an den Wänden wurden entfernt. Aber es wird noch immer vom Erlebten gesprochen.
Dass das Wetter nicht mehr so schön ist, macht jetzt viel weniger aus. Denn an jenem Wochenende strahlte die Sonne auf die neuen Gebäude auf dem Hönggerberg herab, und der Regen ging an einem anderen Ort nieder.
Nachdem sich die Besucher/innen einmal durch die schwergängigen Drehtüren gezwängt hatten, konnten sie sich am Samstag und Sonntag anschauen, was hinter den Glasfenstern in der Chemie abläuft. Unentwegte trafen bereits knapp nach 9.00Uhr ein, mussten nach 17.00 Uhr hinauskomplimentiert werden oder tauchten sogar an beiden Tagen auf.
Am Empfang trafen die Gäste auf die Helferinnen und Helfer, die unermüdlich Fragen zu den Vorlesungen, Stationen und zum Studium beantworteten. Auf diese Weise fand der Schwager mit seiner mitgliederreichen Familie direkt den Weg zum Professor X, und die Grossmutter konnte endlich einmal persönlich nachschauen, worin die chemischen Forschungen des Enkelsohnes in der Chemie bestehen.
Die Motivation und Freundlichkeit der am Eingang stehenden Mitarbeiter/innen ging wie ein Funke auf die Besucher über. In lockerer Atmosphäre wurden die 20 grossen Poster studiert oder bei den Vorträgen Präferenzen gesetzt: "Der bringt immer "coole" Stories". Die Gäste liessen sich genauso in die Tiefe des D-Stockes locken wie in die Höhen des Informationszentrums. Unten eine Super-Werkstatt und eine "vollgeile Lasershow", dort die Jagd nach den Buchstaben des Preisrätsels. Geniesser nahmen zwischendurch in der Cafeteria bei Kaffee, Kuchen und ETH-Bigband Platz.
Die Experimentierstationen im J-Stock waren ein Hit. Mütter und Väter waren erleichtert, ihren Kids ohne eigenes Zutun ein tolles Programm zu bieten. Das Nesthäkchen konnte freudestrahlend ihren "Schaumpilz" mit dem etwas schief geratenen Ergebnis ihres älteren Bruders vergleichen und die Auftrennung von Farbstoffen bewundern. Geschwister feuerten sich gegenseitig an, noch ein paar Tropfen Reagenziengemisch hinzuzufügen. Betagte Damen lasen interessiert das Rezept zur optimalen Reinigung ihres Tafelsilbers.
Auf einem Gang folgten Besucher zielstrebig den aufgehängten Bierpostern. In einem anderen Labor hörte man Gespräche über UV-Strahlung im Zusammenhang mit den neuen Küchenfenstern zuhause, man staunte über kunstvoll zerschnittene Äpfel und "schwitzende" Moleküle. Apropos Moleküle, eines war schöner als das andere. Ob im Vortrag oder im Meditationszentrum. Während dort hauptsächlich die Erwachsenen entspannten, wollten die Kinder 3 D-Proteinfaltungen am Computer lieber selbst gestalten. Nur selten gab es Familienstreit: "Dann geh doch mit den Kindern auf den blauen Rundgang, ich jedenfalls bleibe hier auf dem roten".
Am Sonntag wurde das "Persönlich" vom Radio DRS hier auf dem Hönggerberg aufgenommen. Auf diese Weise konnte endlich jeder erfahren, dass der Departementsvorsteher in seinem Studium so manche Vorlesung schwänzte. Oder dass es ihn als Holländer irritiert, dass die Fenster des Chemie-Gebäudes nur alle drei Jahre geputzt werden.
Die Sendung lockte sogar Basler nach Zürich. Ein Hauptanziehungspunkt war das Molekül-Feuerwerk: Bereits ab 15.00 Uhr machten sich Hunderte von Besuchern/innen auf den Weg zum HPH. Nach den Berichten der Glücklichen zu folgern, die einen Platz ergattert hatten, muss es sensationell gewesen sein.
Irgend etwas war also für jeden dabei und wurde auf den Fragebögen auch entsprechend gelobt. Die Bibliothek sei gewaltig, die Hörsäle ästhetisch, das Museum spannend und die Laborvision beeindruckend. Lediglich die schmutzigen Treppen waren so mancher Hausfrau ein Greuel. Einigen gefiel auch die "kühle Protzigkeit des Gebäudes" nicht. Sie vermissten Kunst und Pflanzen.
Als sich dann am Sonntagabend die Gänge leerten, hatten alle ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen, die Besucher, aber auch die erschöpften Mitarbeiter/innen. Vergessen waren vorhergegangene Querelen, die Pannen beim Neuanschluss der Geräte und das zermürbende Ein- und Auspacken der Zügelkisten.
Nun gilt es, die extra für diesen Zweck hergestellten Materialien zu versorgen, erstellte Poster vielleicht noch einmal umzuhängen und das Erlebte auszuwerten.
Keiner kann mehr behaupten, dass die Öffentlichkeit Chemie uninteressiert findet. Die Vielfalt der Themen hat gezeigt, dass Chemie nicht langweilig ist, weder für Kinder noch für Erwachsene. Und dass es auch knallen und fauchen und nebeln darf, ohne dass es hinterher gleich so aussieht wie nach einem "Chemie-Unfall". Die Chemie schafft Formen- und Farbenspiele, an denen man sich erfreuen kann. Computerfans, Biologen, Betriebswirte oder Materialwissenschaftler liessen sich gleichermassen mitreissen. Die Besucher/innen haben sich über die "positive Stimmung" gefreut und ausdrücklich die offene, gelöste Atmosphäre einschliesslich der Freundlichkeit und Geduld beim Erklären aller Helfer/innen gelobt. Viele haben sich schriftlich und mündlich "für den tollen, kurzweiligen Tag" bedankt.
Das möchte ich Ihnen an dieser Stelle ausrichten und mich wiederum bei allen bedanken, dafür dass jeder mitgemacht und mitgeschuftet hat -am Empfang, in den Labors, Professoren genauso wie Assistent/Innen oder Student/Innen.
Ein riesiges Dankeschön auch an Eric Carreira, François Diederich, Otmar Dossenbach, Rolf Guggenbühl, Bruno Martinoni, Beat Meier, Joseph Meienberger, Erich Meister, Massimo Morbidelli, Rolf Probala, Valerie Ruch, Carlo Thilgen, Antonio Togni, Wilfred van Gunsteren, die Schulleitung und ebenso den hier nicht namentlich aufgeführten Personen des Departementes Chemie und der Physik, dem Sicherheits- und Hausdienst sowie allen Mitarbeiter/innen des SV-Services und der Agentur "inform".
Denn ohne Sie wäre dieser Erfolg nicht zustande gekommen, an dem die fast 10.000 Besucher genauso teilhatten wie wir Angehörigen des Departementes Chemie.
Herzliche Grüsse und eine gute Zeit der Erholung!
Barbara Brauckmann
P.S.: An versteckten Winkeln des Treppenhauses wird schon über
die
nächsten Aktionen für Schulen und Öffentlichkeit
diskutiert.....
Fotos: Rolf Häfliger, Alex Wolf und Otmar Dossenbach.
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